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das kulturelle überformat
Nr. 18 / 3. Oktober 2008
#Wahlkampfzentrale (10)
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dossier: Amerika quo vadis?
Wahlkampfzentrale (10)

Wirtschaft eine staatliche Regulierung, um den lecken Dampfer wieder zu Wasser lassen zu können. Die Deregulierung war damals wie heute der Hauptgrund für die Wirtschaftskrise. Und auch heute werfen die Demokraten den Republikanern, und vor allem George W. Bush und John McCain, die Bekämpfung von Kontrollmitteln vor.

Die Amerikaner sind ein Volk von Statistikern (der US-Sport ist voll davon) und seit Roosevelt haben in wirtschaftlichen Zeiten stets die Demokraten das Weisse Haus für sich gewinnen können. Zuletzt war dies Bill Clinton gelungen, der das Staatsdefizit der Präsidenten Reagan und Bush senior wieder in einen Überschuss verwandeln sollte. In dieser Hinsicht spricht alles für Barack Obama. Und die Umfragen haben sich zu seinen Gunsten verändert. Auch eine andere Statistik spricht für den Demokraten. In jenen Jahren, in denen kein amtierender Präsident oder Vizepräsident kandidierte, gewann jeweils die Opposition.

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Dennoch: vieles ist in der Schwebe. Und noch gar nichts steht fest. Der Wahlkampf ist zum medialen Grossereignis mutiert, in dem selbst geflüsterte Worte via Handy den Weg auf den Bildschirm finden. Und John McCain, dem die Wirtschaft zweitrangig ist, auf jeden Fall bis zu jenem Punkt, an dem die amerikanischen Streitkräfte siegreich aus dem Irak zurückkehren werden, stützt sich auf eine Aussage Abraham Lincolns, dem Vater der Republikaner: «Wer mitten im Fluss steht, sollte nicht die Pferde wechseln». Damit war der Bürgerkrieg gemeint und George W. Bush wurde 2004 aus dem selben Grund wiedergewählt, da man partout einen Präsidenten in Kriegszeiten nicht aus dem Amt entfernt.