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das kulturelle überformat
Nr. 7 / 4. September 2007
#Reggae in Deutschland
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dossier: Reggae
Reggae in Deutschland

Dass Reggae zu den einflussreichsten Subkulturen gehört, mag heute niemand mehr bestreiten. Der Einfluss gerade von Dub in der elektronischen Musik hat weltweit massive Resultate hinterlassen. Da Reggae in Wirklichkeit nichts weiter als Recycling-Musik ist, prädestiniert er sich geradezu zum kulturellen Austausch. Der Einfluss von Soul und Hip-Hop auf Reggae ist eben so gross wie umgekehrt.

Dass der Reggae demnach auch auf die deutsche Musikszene Einfluss genommen hat, ist nicht weiter erstaunlich. Bereits in den siebziger Jahren experimentierten Bands wie Faust und Can mit den karibischen Rhythmen. In den elektronisch verankerten Labors von Düsseldorf und Köln wurden damals viele Einflüsse intellektuell auf ihre Tauglichkeit überprüft, während sich in den Hitparaden die exotischen Billigvarianten tummelten. Nachdem 1964 der Jamaikanerin Millie Small mit «My Boy Lollipop» ein veritabler Hit in Deutschland gelang, versuchten in der Folge immer wieder Produktionsteams das karibisch-exotische Flair von Reggae in mitteleuropäische Ohren zu transportieren. Boney M. sangen «Rivers Of Babylon» und die dänischen Laid Back den seichten «Sunshine Reggae».

Authentischer und dennoch mitten in der deutschen Identität verhaftet, klang dann die