Pier Paolo Pasolini in New York, 1966
Foto: © Duilio Pallottelli / L’Europeo

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das kulturelle überformat
Nr. 26 / 24. Juli 2009
#Pier Paolo Pasolini
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literatur
Pier Paolo Pasolini

«…ich lebte wie ein zum Tode Verurteilter leben kann
immer mit jenen Gedanken wie eine Sache am Leib…»

aus «Who is me – Poeta delle ceneri»
«…Alles konnte, in der Poesie, eine Lösung finden…»
aus «Who is me – Poeta delle ceneri»

Es geschah in der Nacht auf den 2. November 1975 am Strand von Ostia ausserhalb von Rom auf einem Fussballplatz. Pier Paolo Pasolini fuhr dorthin mit einem Strichjungen namens Pino Pelosi. Pasolini wurde n dieser Nacht erschlagen und anschliessend mehrfach mit seinem eigenen Wagen überfahren. Es war ein Tod, dessen Hintergründe sich als ebenso widersprüchlich herausstellen sollten wie zuvor das Leben dieses wohl polarisierendsten, faszierendsten und provokativsten aller Intellektuellen Italiens.

Pelosi, der die Tat zugab und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, widerruf Jahre später sein Geständnis und auch die Polizeiakten bewiesen, dass die Spuren am Tatort unmöglich von einem einzelnen Täter stammen konnten. Vor zwei Jahren, im Juni 2007, fanden sich auf Initiative von Andrea Camilleri, Dacia Maraini und Bernard-Henri Lévy über 700 Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu einer Unterschriftenaktion zusammen, um den «Mordfall Pasolini» erneut aufzurollen. Selbst Roms Bürgermeister Walter Veltroni sagte damals, das Verbrechen von Ostia sei ein Rätsel und müsse nun endgültig aufgeklärt werden.