Zeichnung: © Ry Cooder

Anzeige
das kulturelle überformat
Nr. 16 / 3. Juli 2008
#Porträt
  5/6
dossier: Ry Cooder
Porträt

geprägt war, arbeitete mit Hawaiianern, Mexikanern und Shoukichi Kina aus Okinawa zusammen. Anfangs der 1990er Jahre begann Cooder vermehrt, sich wieder als Sideman zu engagieren; er spielte mit dem Blues-Veteranen John Lee Hooker, begleitete Johnny Cash für einen Song, duettierte mit dem Mali-Blueser Ali Farka Touré («Talking Timbuktu») und dem indischen Gitarristen Vishwa Mohan Bhatt («A Meeting by the River»). Dann kam Kuba. Cooder reiste auf Castros Insel, nahm Kontakt auf mit beinahe vergessenen Veteranen der dortigen Szene und nahm mit ihnen Alben auf, die ihnen zu verspätetem Weltruhm verhalfen. Der Buena Vista Social Club wurde 1997 durchschlagend erfolgreich – noch Jahre später nahm Cooder mit Mitgliedern dieser weiten Musikerfamilie schöne CDs auf.

Die Trilogie

2005 meldete er sich doch wieder unter eigenem Namen zurück. Eine Rückkehr in vielerlei Hinsicht: «Chavez Ravine» war das unmodernste aller Dinge, ein Konzeptalbum. Doch diesem Stil-Potpourri aus Rumba, Mambo und frühem Rock’n’Roll konnte man sich kaum erziehen. Dazu wurde eine spannende und wahre Geschichte erzählt von der Latino-Enklave Chávez Ravine in Los Angeles, die in den 1950er Jahren von Stadtentwicklern dem Erdboden gleich gemacht wurde, um Platz für das Baseball-Stadion der Dodgers zu schaffen. Noch bemerkenswerter: Ry Cooder hatte den grössten Teil dieser Songs selbst geschrieben und einige der Oldtimer dieser Musik eingeladen. 2007 folgte ein weiteres Konzeptalbum: «My Name Is Buddy» handelt von einer Katze, die den American Spirit vergangener Tage aufspürt. Mit Hilfe