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das kulturelle überformat
Nr. 20 / 5. Dezember 2008
#Malcolm Gladwell
  3/5
360°
Malcolm Gladwell

ausserhalb des Normalen bewegen und die der deutsche Buchtitel lapidar als «Überflieger» bezeichnet. Der Grund für dieses Buch: Malcolm Gladwell will aufzeigen, dass der Mythos des amerikanischen Traumes, der in unzähligen Biographien erfolgreicher Menschen wie ein Gebet zitiert wird, so nicht stimmen kann. Talent und harte Arbeit alleine, heisst es stets, seien die Gründe für den Aufstieg einer Person. Egal, ob es sich dabei um einem aussergewöhnlichen Eishockeyspieler handelt oder um Bill Gates.

Im Falle der Eishockeyspieler hat sich Gladwell des allgemeinen Mythos angenommen und ihn in Relation zu zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen gesetzt. Er tut also nichts weiter, als bloss sämtliche Daten zu vereinen. Weshalb dies keiner vor ihm tat? Nun, Gladwell beweist, wie sehr das Schubladendenken die Menschheit daran hindert, «the bigger picture» zu sehen. Gladwell zeigt, dass mit wenigen Ausnahmen alle kanadischen Eishockeyspieler, die Erfolg haben, in den Monaten Januar, Februar und März zur Welt kamen. Nun werden wie überall, die jungen Talente in Altersgruppen eingeteilt. Der Stichtag, zu welcher Altersgruppe einer gehört, ist in Kanada der 1. Januar.

Die im ersten Quartal geborenen Spieler fallen den Talentscouts auf, weil sie grösser, stärker und reifer sind. So werden sie in Eliteeinheiten aufgenommen und ihre Trainingszeit pro Woche verdreifacht sich. Es ist also nicht das Talent alleine, das genügt. Es sind auch die Gelegenheiten, die man erhält und die man nutzen sollte. Gladwell spricht auch Bill Gates sein