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das kulturelle überformat
Nr. 5 / 31. Mai 2007
#40 Jahre «Sgt. Pepper»
  6/7
musik
40 Jahre «Sgt. Pepper»

regelrechter Kult um diese Platte, die man sich nur besorgen konnte, indem man sich die Songs selber aus regulären Beach-Boys-Alben oder obskuren Bootlegs zusammenkopierte. In den Worten des Wilson-Bewunderers David Thomas, Chef der Punk-Avantgardisten Pere Ubu: «‹Smile› war lange das perfekte Pop-Album, weil es nur in den Köpfen der Fans existierte. Egal, wie man sich anstrengte, eine akkurate Version zusammenzustückeln, so konnte man doch nie sicher sein, Wilsons Vision gerecht geworden zu sein.»

Ganz anders ist es bei «Sgt. Pepper»: auch dieses Album hat einen Kult losgetreten, nur wurde das Material zu gründlich beackert, studiert und seziert, um dem Publikum noch Platz zum Fantasieren oder Spekulieren zu lassen. Was einem noch bleibt, sind die herrlichen Farben und bunten Klänge, die einem beim Anhören von «Sgt. Pepper» begegnen. Dieses Erlebnis hat etwas von einem LSD-Trip: schnell durchquert und bald vergessen.

Wer 1967 nicht zugegen war, wird sich ohnehin fragen, was der ganze Rummel um «Sgt. Pepper» eigentlich soll. Vor allem jetzt, wo Alben immer mehr vom einzelnen Download, sozusagen vom digitalen Pendant zur 45-Touren-Single, aus dem Brennpunkt der Musikindustrie verdrängt werden. Aber vielleicht sei die heutige Situation gar nicht so schlimm, meinte der einstige Pink- Floyd-