Filmset «Apocalypse Now»

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das kulturelle überformat
Nr. 13 / 4. April 2008
#Porträt
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dossier: Francis Ford Coppola
Porträt

Die Geschichte des amerikanischen Kinos hat er massgeblich mitgestaltet. Er, der gemeinsam mit Leuten wie Martin Scorsese, George Lucas und Steven Spielberg zu den jungen Wilden Hollywoods gezählt wurde, hat die Sprache der bewegten Bilder perfektioniert und mit seinen Filmen die europäische Filmkunst mit der Offenheit eines amerikanischen Filmemachers gepaart.

Wer kennt sie nicht, die Bilder von Marlon Brando in «The Godfather», diesem Monolith einer Familiensaga, in der der Sohn italienischer Einwanderer die unverrückbaren Gesetze der italienischen Familienstruktur nach einer Vorlage des Romans von Mario Puzo über drei Filme lang bis hin zum Untergang in epischen machtvollen Bildern umsetzte. Oder Gene Hackman als Abhörspezialist in «The Conversation», einem Film, den man nach 9/11 und der Diskussion um die Privatsphäre, unbedingt wieder sehen musste, und dabei verblüfft feststellte, wie der Film von 1974 noch heute modernes, unangepasstes Kino ist. Und dann wieder Marlon Brando in «Apocalypse Now», jenem Film, dessen Dreharbeiten drei Jahre dauerten und Coppola nahe an den finanziellen Ruin trieben (er verpfändete sogar sein Weingut, um es später wieder zu retten).

Eigentlich hätte er Musiker werden sollen. Sein Vater Carmine war Komponist, seine Mutter Italia Schauspielerin. Doch als der zehnjährige Francis an Polio erkrankte, verbrachte er fast ein ganzes Jahr zuhause und nutzte diese Zeit, um sich von den Filmen im Fernsehen zu inspirieren. Sein Entschluss war klar: