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das kulturelle überformat
Nr. 3 / 27. März 2007
#Interview Bryan Ferry
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dossier: Coverversionen
Interview Bryan Ferry

Bryan Ferry, Sie reden schon seit mehr als dreissig Jahren davon, ein ganzes Album mit Dylan-Songs zu bestücken. Warum ist es erst jetzt dazu gekommen?

Mitte der siebziger Jahre gab es so etwas wie das Tribut-Album noch gar nicht, da hätte eine Dylan- Hommage wohl wie ein Kniefall gewirkt. Heute ist das natürlich ganz anders, und dazu kommt noch meine eigene Torschlusspanik: Ich bin jetzt über sechzig Jahre alt und weiss nicht, wie lange ich noch in diesem Geschäft mitmischen werde. Darum will ich jetzt all jene Projekte verwirklichen, von denen ich über die Jahre nur geredet habe, ohne mich darum zu kümmern.

Der Zeitpunkt für ein Soloalbum ist seltsam gewählt. Schliesslich stehen Sie seit Anfang 2006 mit Roxy Music im Studio.


Roxy Music funktioniert nach dem immergleichen Prinzip: zuerst spielen wir die Musik ein, und erst dann mache ich mich an die Texte. Weil ich halt ein Langsamschreiber bin, kam ich ins Stocken. Daher hatte ich die Hoffnung, dass dieses Dylan-Projekt mir die Energie geben würde, um das Roxy-Music-Album zu Ende zu bringen. Mal sehen, ob das hinhaut.

Für «Dylanesque» haben Sie einige von Dylans Songtexten gekürzt. Warum?

Das musste ich. Besonders bei seinen frühen Aufnahmen erlaubte sich Dylan massive Temposchwankungen, um zusätzliche Wörter in die eine oder andere Zeile hineinzuquetschen. Ich kann nicht so leichtfertig mit dem Rhythmus