View of the World from 9th Avenue, 1976
Foto : Private collection, New York

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das kulturelle überformat
Nr. 1 / 25. Januar 2007
#Saul Steinberg
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kunst
Saul Steinberg

Nach knapp 30 Jahren finden Saul Steinbergs Zeichnungen, Cartoons und Collagen wieder Eingang in  Museumshallen. Nach der Retrospektive 1978 im Whitney Museum New York, präsentieren das Museum of the City of New York und die neu renovierte Morgan Library & Museum eine hochkarätige Wanderausstellung, die den begnadeten Künstler mit mehr als 140 Werken ehrt. Saul Steinberg gehört zu den hintergründigsten und ideenreichsten, schöpferischsten und erfinderischsten Künstlern des 20. Jahrhunderts.

Am 15. Juni 1914 wurde Saul Steinberg in der Nähe der rumänischen Hauptstadt Bukarest geboren. Er studierte Soziologie und Psychologie in Bukarest, bevor er 1931 in Mailand ein Architekturstudium begann, das er 1940 beendete. Von dort musste er fliehen. Der kleine Zusatz «di razza ebraica» (von jüdischer Abstammung) im Abschlussdiplom hinter seinem Namen hinterliess ein ungutes Gefühl. Das Werk «Passport» aus dem Jahr 1951 nimmt darauf Bezug, da er seinen abgelaufenen Pass von Hand verbesserte. 1941 kam Saul Steinberg nach New York. Im selben Jahr verkaufte er seine erste Zeichnung an die Zeitschrift «The New Yorker», deren Qualität er mehr als ein halbes Jahrhundert lang mit seinen Cartoons und Zeichnungen erhalten und fördern sollte. Steinberg hat viele Zeichner nach sich beeinflusst. So Jean-Jacques Sempé, um nur ein bekanntes Beispiel zu nennen.

Steinbergs berühmtestes Titelblatt «View of the World from 9th Avenue» aus dem Jahr 1976 positionierte Manhattan als Zentrum der Welt. Die 9th Avenue und der Hudson River im Vordergrund, dann ein schmaler