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das kulturelle überformat
Nr. 20 / 5. Dezember 2008
#The Fireman
  2/10
musik
The Fireman

Die Frage klingt gänzlich harmlos: «Herr McCartney, wie war das Jahr für Sie?» Die Antwort: «Alright. Und für Sie?» Wer dabei war, wurde in keinem Zweifel belassen, was er zwischen den Zeilen zu lesen hatte. Nämlich: «Sie meinen doch nicht etwa, auf den plumpen Trick würde ich hereinfallen? Was hinter meinem hochgehaltenen Daumen und der lustigen Grimasse passiert, bleibt gefälligst mein Bier.»

Paul McCartney blickt auf ein äusserst durchmischtes Jahr zurück. Ein Konzert in der Heimatstadt Liverpool, bei dem er gutgelaunt zum ersten Mal überhaupt das Beatles-Stück «A Day In The Life» live kredenzte und gleich noch seine Version von «Give Peace A Chance» zum Besten gab, dürfte ebenso zu den positiven Ereignissen gehören wie ein vielbeachtetes und in gewissen Kreisen kontrovers diskutiertes Konzert in Tel-Aviv, das mit einem Besuch in Daniel Barenboims Musikschule für Palästinenser und Israelis verbunden war. Eine frisch aufgeblühte Liebesbeziehung mit Nancy Shevell, einem Direktionsmitglied der New York Metropolitan Transportation Authority, dürfte seiner Laune ebenfalls nicht geschadet haben. Auf der anderen Seite der Waagschale liegt indes ganz schwer die Trennung von Ex-Model Heather Mills, die sich zu einer wahren Soap Opera entwickelte und mit einigen spektakulären Shows vor Gericht endete. Derweil sich die Öffentlichkeit mit fast schon rührender Besorgtheit auf die Seite des Ex-Beatle schlug und die britische Boulevard-Presse alles unternahm, Mills als hysterische Goldgräberin darzustellen, waren es zweifellos traumatische Monate für McCartney, zumal es dabei ja auch um das Wohl der gemeinsamen, fünfjährigen Tochter ging. Aber über solche Dinge will McCartney – verständlicherweise – heute nicht reden.

Keiner der ungefähr fünfzig versammelten Medienvertreter aus aller Welt wagt es, dem Gebot zu widersprechen. An vier grosse Tische sind wir verteilt worden. An jedem verbringt McCartney ein bisschen