Tom Wilkinson, Ewan McGregor und
Colin Farrell in Woody Allens
«Cassandra's Dream». © Frenetic

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das kulturelle überformat
Nr. 11 / 5. Februar 2008
#Woody Allen
  2/5
literatur
Woody Allen

Ich bin wirklich erleichtert, dass sich das Universum endlich erklären lässt. Ich dachte schon, das Problem läge bei mir.
aus «K.O. der Stringtheorie»

Während 38 Jahren war es ein Ritual. Alle Jahre wieder war er da, der neue Film von Woody Allen. Man konnte beinahe die Uhr danach richten. Und jetzt dies: der deutsche Verleiher Constantin Film, der sich die Rechte am jüngsten Werk «Cassandra’s Dream» gesichert hatte, verzichtete auf einen Kinostart. Die DVD soll es richten, was Kinoverleiher aus kommerziellen Gründen nicht mehr mögen: Filme zu lancieren, die schon in der Prognose nicht die erwarteten Gewinne bringen.

Wenn der Verleiher bockt, hat selbst das kleine Studiokino um die Ecke keine Chance mehr. Und weil «Match Point» und «Scoop», die beiden letzten Filme von Allen bereits in der Abrechnung als Minderheitsprogramm abgebucht wurden, ist nun «Cassandra’s Dream» endgültig an den Anforderungen der freien Marktwirtschaft gescheitert. Dass sich der Filmemacher mit dem in England gedrehten Thriller bereits wieder der Komödie verweigerte, lässt den Schluss zu, dass das Schubladendenken in den obersten Etagen der Verleiher auch seinen Teil zum Verzicht beigetragen hat.

Glücklicherweise lässt sich die Durststrecke zurzeit mit Lesestoff überwinden. In den USA ist «Conversations with Woody Allen» erschienen. Der Autor und Allen-