Marcia Gay Harden als Mrs. Carmody
© Ascot Elite

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das kulturelle überformat
Nr. 11 / 5. Februar 2008
#Stephen King & Frank Darabont
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dossier: Stephen King
Stephen King & Frank Darabont

Stephen King, man konnte lesen, Sie hätten die Novelle «The Mist» während des Vietnam-Krieges geschrieben. Die Geschichte kam aber erst in den achtziger Jahren auf den Markt. Und trotzdem liest sie sich, als wäre sie ein Kommentar zu den heutigen Zuständen.

Stephen King: Der Vietnam-Krieg war bereits zu Ende. Ein Freund fragte mich um einen Beitrag zu der Anthologie «Dark Forces», doch ich sagte ihm, ich könne den Beitrag nicht leisten, ich sei völlig blockiert. Ich hatte gerade in kurzer Zeit drei Bücher geschrieben, «Carrie», «Salem’s Lot» und «Night Shift». Aber dann war ich im Supermarkt an der Kasse und guckte raus und dachte, wenn jetzt da plötzlich irgendwas geschehen würde, damit wir alle gezwungen wären, in diesem Supermarkt zu bleiben – so entstand die Idee zu «The Mist».

In der Geschichte lässt sich eine starke Kritik am religiösen Fanatismus erkennen. Gab es denn diese Tendenz bereits damals?

SK: Leute wie Mrs. Carmody hat es damals schon gegeben. Aber ich bin nichts weiter als ein Geschichtenerzähler, ich beabsichtige nicht, mit meinen Büchern politische Statements abzugeben. Aber wenn man das Schreiben für sich als Person ernst nimmt, dann fliessen unweigerlich persönliche Haltungen in die Geschichte ein.